IN THE BEGINNING (1967 -87)

Zuerst möchte ich mich mal kurz vorstellen: geboren am 27.06.1956 als zweites Kind einer Arbeiterfamilie, die sich wie viele Andere durchbeißen mußten in der späten Nachkriegszeit, wurde ich als Wilfried Heinz Wacker ins Stammbuch geschrieben. Ich hatte eine normale Kindheit, bis mir im Alter von 11 - 12 Jahren mein Schwager ein kleines, ausziehbares Taschenfernrohr, ein sogenanntes "Robinsonfernrohr" mit ca. 3 cm Öffnung und  6 - fache Verklein...äh, Vergrößerung schenkte. Man sieht es unten auf dem linken Bild noch als Sucher! Von da an hatte mich der Astrovirus gepackt!! Da stand ich nun einige Male im Winter draußen im Hof, dicken Mantel an, Mutters "mannsgroßen" Blumenhocker, darauf mit einem kleinen Taschenstativ mein kleines Fernrohr, und betrachtete voller Erfrucht den Orionnebel, die Plejaden und was man alles so mit bloßem Auge fand. (Nachbar's Töchterlein???)  Als Ausrüstung hatte ich die Hallwag Sternkarte (an mehr erinnere ich mich momentan nicht) und mein allererstes Astrobuch: "Leben auf anderen Sternen?" von Joachim Herrman. (Steht immer noch im Regal) Da waren so schöne (fiktive) S/W Oberflächenzeichnungen ferner Planeten drin, die lösten diese unbeschreiblichen - ich nenne es mal "Fernweh"Vorstellungen - aus, diese Empfindungen überfallen mich heute immer noch, wenn ich mal am Teleskop spazieren sehe,und - am besten noch - so'n büschen sphärische Musik dabei höre.  Der Hammer aber: manchmal,wenn ich so über Land fahre,und ein Bauer mal wieder Gülle gegüllt hat,dann ist das so ein merkwürdiger Geruch,so wie billiges Plastik-Leder, (Schade,daß es keine Geruchs-Dateien gibt:-)........(Ok, besser nicht:-) Und genau so roch mein erstes Fernrohr,und dieser Geruch ist mir über all die Jahre in Erinnerung geblieben, genau wie mich "You ain't seen nothing yet" von BTO mich sofort wieder in meinen ersten VW Käfer versetzt!!    Diese Träumerei gehört heute nach wie vor  für mich  mit ans Teleskop,auch das Philosophieren über den Kosmos und unser "Sein"gehört  meiner tiefen  Zuneigumg. (Ich weiß, das klingt ein bißchen bescheuert mit dem Gülle Geruch, aber ich hab das mal einem Freund vorgeführt, der meinte anschließend auch, dass es so vage in diese Richtung riechen könnte; irgend ein Stoff muß da in beiden Sachen drin sein, irgendwas Geruchsintensives...???

Jedenfalls gab es nach dieser Anfangszeit (keine Ahnung mehr, wie lange die gedauert hat, 1- 2 Jahre??) eine lange Pause, aber so 1981 fing das Interesse wieder  aufzukeimen: Ich hatte tatsächlich mal wieder in Joachim Herrman's Buch gelesen! (Und die Bauern war'n an Gülle fahren...) Und siehe da, es wurde klar, was will ich mehr?: ein Teleskop mußte her! Ein 60/710 Refraktor von Eschenbach für 250 Märker durfte es werden. Mittlerweile hatte ich etliche Fachbücher hochrangiger Amateur - und Vollastronomen gelesen, (z.B. alles aus unserer kleinen Leihbücherei... alle beiden Bücher!! :-)))) (Scherz) ) und diese hochgradigen Leutchen sagten einem  ganz genau,was der junge Sternfreund haben muß, und was er erwarten durfte!  Ein 6 bis 9cm Refraktor ist der Stolz eines jeden Knaben (Mädchen-öh,nu, damals eher noch nicht, jedenfalls nicht am Teleskop..!) (Das ist jetzt nicht meine Meinung,das ist lediglich ein Spiegel der Zeit ,vor gut 30 Jahren war das noch gar nicht selbstverständlich!); Spiegelteleskope mit 114 mm Öffnung gehen auch, liefern aber nicht so ein scharfes Bild! Paralaktisch mußte ein Teleskop sein, ohne dem ist am Himmel nix zu finden,und wenn ich mal groß bin,darf ich mir eines dieser unsinnig teuren Celestrons mit sagenhaften 20 cm Öffnung kaufen - ja,so war unsere kleine Astrowelt damals - besser - so hatte ICH sie verstanden!  Einen besseren Weg sofort nach der Astro Eingewöhnung voller Frust alles wieder hin zu werfen, gab es wirklich nicht! Andererseits: Diese Komunikation via Internet, diese  bastelerischen Möglichkeiten wie heute, gab es damals aber auch in der Form nicht!  Aber gebastelt wurde trotzdem!
Also wurde eine paralaktische Montierung gebaut. Es gab da damals eine Berliner Firma,Witte&Nels, die stellten eine traumhafte Montierung her, ich habe heute noch das original Prospekt davon,und ein Sternfreund aus Rheine (Grüß Dich; Georg!!) fährt damit heute (ca. 2011)noch sein immer noch hervorragendes (orangenes) C 8, leider für mich damals unerschwinglich. Ich setzte mir aus einem alten Mikrofon - Galgenstativ, etwas Holz, und einer Kienzle Tachoscheibe eine paral. Monti zusammen,wie es das Photo unten  links zeigt:

Beobachtet?? Tja, beobachtet hab ich damit auch was,Mond, ein bißchen Planeten,hier mal M 57, da mal
M 42, naja, eben das übliche Zeug. Ich hab auch mal was NICHT! beobachtet: nämlich den Moment, als das Teleskop auf der Terasse umkippte! :-(( Tja, da war erst mal Reperatur angesagt, nun - wenn man halt die Stativbeine nicht ordentlich festzieht!! Alles Lehr (Leer?..) Geld, Herr Wacker...

Aber man kann sich vorstellen,daß es sowieso nicht lange dauerte (zumal die"Stundenachse",die durch das Holz geführt wurde - ohne Buchse!,- immer mehr schlackerte), bis sich der Wunsch nach etwas Größerem und vor allem Besseren breit machte: Ein 90/1300 Polaris Refraktor von Vixen für  ca.1500 DM durfte es diesmal sein. Ich möchte den hier jetzt nicht abbilden, kennt jeder, sowas, aber den Antrieb, den ich schon bald nach Erhalt des Teleskops dafür aus alten Uhrwerksteilen konstruierte,den möchte ich schon mal zeigen (Oben rechts im Bild) Wie gut der lief, möchte ich anhand eines später damit gemachten Photos des Halleyischen Kometen demonstrieren: Am 12.02.1985 mit Teilkreisen eingestellt (visiuell war der Komet nicht zu sehen an diesem recht diesigem Abend); 43(!) Minuten belichtet auf Fujicolor 1600,( der mit dem Grünstich..:-)) nachgeführt mit dem aufgesatteltem 60/710 Refraktor auf Kugelkopf und mit Nachführeinheit GA-2.

Und das mit Uhrwerk Teilen! Zur Zeit der Aufnahme hatte ich aber schon mein damals größtes Ziel verwirklicht: nach einem Hausumbau blieb genügend Baumaterial über,um mir eine komfortable 5m/2 große Klappdachhütte nach Kutter/Stauß (die das wahrscheinlich anders sehen würden!!) zu bauen. Die Aufnahme unten zeigt das Equipmemnt, mit dem der Komet Halley aufgenommen wurde. Diese große "Schalttafel" am oberen Ende der Montierung ist trotz real funktionierender Poti's doch mehr nur Show! :-) Der Eimer hinten in der Ecke ist allerdings keine "Show", ich hatte viel mit Tau und Regenwasser zu kämpfen! :-(

Aber aus gewissen privaten Umständen,die das Leben so ab und zu für einen über hat,  war Ende 1987  zunächst mal Feierabend mit der Astronomie. Ich verkaufte meinen ganzen Kram (ging alles nach Hamburg,daß hat derjenige alles mit einem VW Käfer abgeholt - Fernrohr,Montierung,Säule-alles!!) und schloss mein Beobachtungsbuch mit der Bemerkung:"Aus-Vorbei-Das wars!"   Aber:es sollte anders kommen: