G.E.M.( German Equatorial Mount)+ Die Hülse des ErfolgsNach dem wohl entgültig feststand, daß ich mit dem schönen, "neuen" Zahnkranz niemals wieder den alten Stand erreichen würde, nämlich mit der WATEC Fotos machen, war ich einigermaßen verzweifelt, was sollte ich tun?? Am 23.02.06 fand die letzte Beobachtung mit der Gabelmontierung statt! Eine geraume Zeit mailte
ich mich schon mit dem Amateur Astronom Gerhard Merz, hauptsächlich
bezüglich des DSI! So ganz nebenbei erwähnte er, daß
er aufgrund seines Rückenleidens wohl Abschied nehmen müßte
von seiner großen Montierung, es wurde ihm leider unmöglich,
daß schwere Ding alleine weiter zu handhaben. "Moment"-
dachte ich, was sagt er da?? Montierung?? Schwer?? Etwa ausreichend
für meinen 16"??? Ja, möglicherweise könnte das
hinhauen!! Auch Gerhard war anscheinend ein wenig überrascht
so schnell einen Käufer gefunden zu haben, und .., nun,ich will
es kurz machen: nachdem wir uns einig geworden sind, kam das Problem,
und dazu mal dieses Bild, welches die Montierung mit Gerd's 300 Newton
zeigt: Das konnte natürlich für den Betrieb mit Schrittmotoren, die ja wesentlich langsamer laufen, nicht so bleiben, doch dazu später mehr. Ok, also los: zuerst mal
die alte Montierung bis in den Grund entfernen, den Schachtdeckel
entfernt, und das ursprünglich leere Loch mit Beton auffüllen.
Aber nicht einfach nur vollmachen, nein, auch etwas Eisen zur Stabilität
gehört da drin und der alte Drehkranz der Gabelmontierung dient
nun als "drehbare"(- zur Poljustierung) Grundlage für
die Säule. Ein Stück (nicht ganz
billiges!:-) PVC- Kanalrohr (400 mm D.) wird - später mit Beton
gefüllt - der Grundteil der neuen Säule, ein weiteres PVC
Rohr (150 mm D.) kommt mittig rein, auch mit Beton gefüllt, und
dient zur Aufnahme des Monti- Kopfes. Damit es sauber aussieht und
nicht im Weg rumliegt, werden die benötigten Kabel (lieber mehr
als nötig, man weiß ja nie!) innerhalb der Säule verlegt,
in biegsamen Kabel Leerrohr. Links im Bild schaut man unten auf das 273 Zähne Ra. Schneckenrad, oben sitzt die Dekl.Schnecke schon auf dem 231 Z. Dekl. Schneckenrad. Es ist schon unvorstellbar: war doch ein 6"/F8 Refraktor!! noch vor nicht allzu langer Zeit für den kleinen Amateur unerschwinglich, so macht China (ehrlich, irgendwie auch: leider!!:-(( sowas heute für 500€ möglich, und das Ding ist auch noch- ja, kann man sagen: gut!! Gut, ich brauche so ein Teil als Leitrohr, aber während der Zeit, wo der Tubus für den 16" neu gebaut wurde, konnte ich den Refraktor schon mal auf dieser Monti testen, die ersten Ergebnisse waren schon beeindruckend. Leider stellte sich heraus, daß wohl das SchneckenVORgetriebe einen größeren period. Fehler hat, aber das soll mich nicht stören: es soll später gar nicht mehr benutzt werden, wie man noch sehen wird.
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Allerdings zeigte sich nach wie vor ein besonders hartnäckiger Fehler , ein Fehler, wie ich ihn seit Anbeginn aller "paralaktischen!!" Basteleien noch nicht elemenieren konnte: der A-Meter Zeiger springt wie ein Ziegnböckchen hin und her, er zeigt einfach nicht ruhig irgend einen Wert sondern pendelt rhythmisch um ihn herum, und zwar um etliches. Auch der Motor hört sich nicht so schön gleichmäßig an, wie ich es schon mal bei einem anderen Mel-User gesehen habe, gut: laut ist die Steuerung, das kennt man ja mittlerweile, aber so unruhig?? Auch zeigten die Sterne auf dem Schirm unregelmäßige Wanderbewegungen aber nur in Stunde! Reiner meinte, ich solle mal die Untersetzung kleiner machen, also machte ich mit einer "kleinen" 4:1 vor dem Schneckenrad eine U. von insgesamt 1097:1. Und da man ja nie auslernt, lernte ich, daß man immer ein leichtes Übergewicht (kommt mir doch persönlich irgendwie bekannt vor??!:-)) im Osten der Stundenachse macht, heißt: der Antrieb soll das Teleskop ständig "ziehen". Für den praktizierenden Amateur sicher nix Neues, hörte ich jetzt erstmalig davon? (Tja, das ist wenn man ständig nur alleine hier rumwurschtelt..:-((( Dafür reichten aber die 1097:1 nicht aus, es ist zwar richtig, daß man JEDES! Gewicht in einen Waage Zustand bekommt, aber je schwerer, um so mehr spielt die Massenträgheit eine Rolle. Also wurde der Antrieb wieder geändert; es wurde eine weiterer 4:1 Untersetzung dazwischen gebaut, so daß ich jetzt wieder auf über 4000:1 kam! Schon beim Testen, verdrehen der Zahnräder mit der Hand., fiel mir die sämige Gängigkeit der Zahnräder auf, so hatte ich es noch nie hingekriegt!! Und dann, als der Motor dann das Ganze drehte und mein Blick auf die Ampere Anzeige fiel, war ein Luftsprung fällig!! Das Zeiger Springen war weg!! Fast ruhig stand der zeige auf den anzuzeigenden Wert, auch der Motor "jallerte" nicht mehr so rum, sondern "jaulte" (das tun die bei der Mel Steuerung eben..) schön gleichmäßig vor sich hin, auch konnte ich jetzt ein genügend großes Ungleichgewicht einstellen, so daß das Teleskop schön "auf Zug hing"! toll!! ....Und jetzt wurde mir plötzlich etwas klar!!: da ich nie das Teleskop ungleichgewichtig eingestellt hatte, sondern immer bestrebt schön ein Gleichgewicht zwischen Tubus und Gegengewicht eingestellt hatte ( dieses Ungleichgewicht ist z.B. bei einer Gabelmontierung nicht zu bewerkstelligen, weil es da ja kein Gegengewicht gibt, dort muß der Antrieb so gut wie spielfrei sein, ein Zustand, den ich als einfacher Katastropen-Bastler nie hingekriegt habe!!:-)).... pendelte der Tubus beim nachführen ständig "im Spiel", heißt schon z.B. kleinste Windbewegungen konnten den Tubus im Ra. Spiel bewegen, manchmal wurde der Tubus in den Ostteil des Spiels gedrückt dadurch, dann wanderte er wieder in den Westteil, was eben zur Folge hatte, daß Sterne auf dem Bildschirm immer unregelmäßig hin und her wanderten. (Visuell allerdings völlig unsichtbar!) Jetzt, mit einem genügend großen Ungleichgewicht, wird der Tubus, bzw. das Teleskop schön auf Zug gehalten, aaaaber: der Sterntest steht noch aus, der Winter 06/07 ist zwar bislang schneelos, allerdings dafür um so wolkenreicher!!:-((( Na,ja, sagen wir mal so: Fortsetzung folgt!!!........ Später: Ok, jetzt nahm die Sache langsam
Form an. Da mein seliger Vater ja Schneider war, und Klein-Willi als
Kind oft neben der Nähmaschine gestanden hab, bin ich natürlich
auch heutzutage in der Lage, Lichtschutzhüllen selber zu nähen,
schön mit Klettverschlüße, daß man immer mal
wieder "ans Eingemachte" rankommt!:-) Aber zuerst mußte
mal das Leitrohr seinen Platz finden, es sollte möglichst nahe
der Polachse sitzen, damit nicht unnötig Schwingungen enstehen
durch das realtiv lange Ding! Zuerst versuchte ich es am Hauptrohr
selber, unterhalb, bzw. (dazu das Bild oben)oberhalb der schwarzen
Anschlußplatte, zwischen Tubus und dem hochstehenden Dekl. Motor/Antrieb.
Aber es stellteb sich später heraus, daß es dadurch - je
nach Stellung des Rohr's - zu einseitigen Belastungen führen
würde, also hab ich das Leitrohr an der Gegengewichtsseite, ganz
nahe am Polachsenmittelpunkt gesetzt, die Encoder waren ja abmontiert,
so daß es dort Platz hatte. Schließlich alles noch mit
Schultafellack gestrichen (gibt's bei Gerd
Neumann), damit's mit Lichtreflexen nichts wird! Jetzt bloß
noch eine mechanische PEC Einrichtung bauen, Schwierig wurde es lediglich beim Einjustieren der Optik, hier merkte ich doch, daß mir die Erfahrung fehlt. So hatte ich z.B. mit dem Cheshire soweit alles richtig eingestellt - dachte ich - und hab dann den Grzy Kolli drangemacht, ja, sicher alles schön, bloß die Mittenmarkierung des Hauptspiegels lag irgendwo völlig daneben, also: nix richtig!! Aber: ein sinnliches Vertiefen in Ekki-pteng-Groh's- (doch, der heißt so!!:-) Homepage brachte eine klare Klärung der Unklarheiten (auch was um alles denn ein Grzy Kolli ist!) weswegen ich hier auch nichts darüber schreiben will, lest selber bei ihm nach, Klasse, es lohnt sich. Sowieso, auch wenn man grade nichts zum Einstellen hat!!:-))) Und da das alles für mich
so eine tolle Geschichte ist, hat das Teil auch etwas Tolles verdient!
Ein goldenes--(äh, gut: Messing!:-) Namensschildchen!! Mittlerweile hab ich den Ra-Antrieb auf einen hochwertigen (teuren) ESCAP Motor mit einer 12 x Untersetzung umgerüstet, jetzt läuft es merklich besser: Tja, sparen ist eben nicht immer gut! :-))
Wenn da nicht noch die Sache mit der Steuerung wäre!! Aber auch das Problem wird gelöst: MTS.........
"Die Hülse des Erfolges!" Richtig, dieser kurze Artikel ist einer Hülse gewidmet! Aber von vorne: Die vermeintlich große Montierung hatte einen gravierenden Nachteil: eine recht großen periodischen Fehler. Und ich vermute diesem periodischen Fehler unterlag noch ein weiterer nichtperiodischer Nachlauffehler, denn Ersteren bekommt man ja mit einem guten Autoguiding weg. In der Folgezeit nach dem die Montierung/Fernrohr etc. stand, hatte ich immer echte Probleme mit dem Aufnehmen, oftmals half eine sogenannte "PEC" (Periodic Error Correction) die man elektronisch mitttles der Steuerung erstellt, da wird eine Schneckenwellenumdrehung gemessen und der Nachlauffehler jeweils an den entsprechenden Stellen durch zu- oder Abnahme der Nachführgeschwindigkeit korregiert, das geht dann automatisch. Das geht aber nicht wenn irgendwelche Größen dagegen spielen, z.B. Wind!, nicht festsitzende Schrauben, wenn es irgendwo hakt oder gar klemmt. Ich bin stellemweise verzweifelt, weil ich nicht mehr wußte, wo ich noch einen fehler suchen sollte, bis mir etwas auffiel was eigentlich schon beaknnt war, ich aber nicht darauf kam, dass DAS dazu beitragen würde! So war mir klar - und das lies sich leider auch nicht beheben, weil ich keine Möglichkeit hatte in einer Hülse GENAU!! mittig ein passendes Loch zu bohren - dass die Verbindung vom Ra. Motor/Getriebe zur Schneckenwelle nie richtig mittig war.Blöderweise hat auch noch die Getreibewelle 6mm Achs-Durchmesser und die Schneckenwelle!! Also mußte immer ein Loch einer jeweiligen Hülse aufgebohrt werden und ohne Drehbank kriegt man das nicht genau hin. Ich hatte mehrere Lösungen probiert, entweder über Hülsen, oder über Zahnräder, was auch nie geklappt hat, vermutlich, weil auch Zahnräder nie (??) GENAU mittig!! das Loch hatten. Irgendwie genügte schon der kleinste Mittenversatz, dass der Antrieb "eierte"; selbst kleinster Versatz führt zu ungleichmäßiger Nachführung. An dieser Stelle muß noch erwähnt werden dass die Montierung so grade eben ausreichend dimensioniert ist für meinen 16", kleine Erschütterungen sowie Wind lassen die Apperatur allerdings schon schwingen, und wenn es beim Autoguiding schwingt ist - ruck-zuck - der Leitstern raus aus dem Fadenkreuz und die Nachführung "bricht aus"! Nun hatte ich bis zu dem Zeitpunkt ja "nur" die Watec 120N, die konnte eh nicht länger als 10 Sek. belichten, aber dann kam irgendwann die Atik 314+. Das war schon eine andere Liga, jetzt konnte ich richtig lange Einzelbelichtungen machen, besser gesagt: könnte! Aber mehr als 50 Sekunden waren sinnvoll nicht drin, dann hatte ich einfach zu viel Ausschuß, denn das Autoguiding mit "Guidemaster" hatte doch arge Probleme den Guidestern zu halten. Bis ich dann auf die Idee kam mal den Gerd Neumann zu fragen, und der hatte die Lösung: eine spezielle, biegsame Edelstahlhülse, die leichten Versatz genau ausgleicht. Und mittels seiner Spezial Werkzeugmaschinen konnte er auch ein richtig mittiges Loch, je Seite in der pssenden Größe, bohren! Erst mit dieser kleinen Hülse kam ich in den Genuß von länger belichteten Aufnahmen. Jetzt mit der Watec 120N+, die durch einen speziellen Umbau auch Langzeitbelichtungen kann, weiß ich sie erstmal richtig zu schätzen - Gerd sei Dank!! :-)))))
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