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Der Bereich "Geschichte" ist unterteilt in:

In the Beginning

Rasenmäher Dobson

- großer Dobson

- Kettenkarussell 1.) und 2.)

- Kettenkarussell 3.)

Kettenkarussell 4.)

- billige Gabel

- G.E.M.

Weg zur CCD

- Cassiopeia Sternwarte

- Teleskopumbau und mehr

Stangentrieb

weitere Basteleien

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Tja, der alte Ra-Trieb, d.h. der, den ich jetzt seit dem letzten Umbau am benutze, kam so langsam ans Ende seiner Tage. Der große Drehkranz, der ja ein recht "offenes" Lager hat im wahrsten Sinne des Wortes, verdreckte (wahrscheinlich?) immer mehr, so daß er immer schwergängiger lief, bis das Getriebe es schließlich nicht mehr schaffte, ihn zu drehen. Außerdem gab es mittlerweile zwei große Backlashstellen, also Stellen, wo die verbindung zwischen zwei Drehteilen ausgeschlagen war, was hieß: erst nach fast etlichen Motorachsenumdrehungen bewegte sich das Teleskop überhaupt. Nun, aber wie der Herr Zufall es so wollte (herzlichen Dank dafür, Herr Zufall!!:-) begab ich mich vor ca. einem halben Jahr mal wieder zu meinem Leib- und Magen Schrottplatz, wo mir prompt einer der Mitarbeiter dort befehligte, ihm zu folgen! Dieser Mensch weiß mittlerweile, was ich suche, und gegen einen entsprechenden Obolus legt er mir schon mal was auf die Seite. So auch diesmal: ein ca. 55 cm. D. messender Zahnkranz, aus einer wahrscheinlich nicht- oder nur schwer rostenden Legierung, sieht aus wie Alu, ist aber Voll Metall, keine Ahnung, was das ist, sieht aber guuut aus!!:-) Für'n 40.ger (40€, ja der Schrottpreis war verdammt hoch zu der Zeit!!) war es dann drei-zwei-eins-meins. Es wurde erst mal zu Hause ein halbes Jahr eingelagert, aber jetzt kam es wie gerufen.
Ich überlegte: soll ich das ganze Teleskop auseinander nehmen, oder, kann man es nicht einfach so lassen, und mittels Flaschenzug unter dem Hüttendach aufhängen, nachdem die Gabel unten auf dem alten Drehkranz gelöst war? Ja, das war am Einfachsten, das Dach mußte lediglich etwas abgestützt werden, schließlich ist es ja ein freitragendes Schiebedach. Immerhin galt es hier gute 70-80 Kg aufzuhängen! Ok, also, die Flex, Jan Hammer und Inge Meißel dabei, um die Verschweißungen zu lösen, und nach geraumer Weile knackte und krachte es gewaltig und das ganze Teleskop samt Gabel war von dem Drehkranz gelöst. 


Es machte schon einen beängstigen Ruck nach "Hinten", als die ganzen Kilo's freies Spiel hatten!:-), man darf ja nicht vergessen, daß der Drehkranz für 52° geneigt ist!! Glücklicherweise setzte das hintere Ende der Spiegelbox auf die Sitzfläche auf, die dort angebracht ist, siehe Bild unten.


Der neue Drehkranz hat nun leider eine Eigenschaft, die ihn vom Alten unterscheidet: er ist dreigeteilt! Oberteil, der eigentliche, halbgekapselte Lagering und das Unterteil, an dem zusätzlich ringsherum eine relativ feine Verzahnung angebracht ist. Ursprünglich wollte ich den Antrieb über diese Verzahnung machen, das hätte aber eine zusätzliche Anzahl von Zahnrädern, bzw. Untersetzungen erfordert, die dann alle wieder mehr Spiel ins Spiel bringen! Bis mir durch meine eigene Webseite (Stangentrieb) und Andreas Krick  die Idee mit dem -ja, eben: Stangentrieb kam! Dazu benötigte ich eine 2 Meter Gewindestange, die ein Fachmarkt im Nachbarort besorgen konnte. Die wurde dann vorsichtig gerundet, einfach, in dem ich sie um den Drehkranz bog, an den Enden kamen je eine Lasche , mittels einer M 6 Schraube mit Mutter wurden die Enden der Gewindestange dann zusammengezogen, und sie preßte sich schön "rund" um den Drehkranz. (Im Bild unten am rechten Bildrand zu sehen. Ursprünglich wollte ich alles verschweißen, aber es stellte sich heraus, daß Verschrauben besser ging, so kann man später dann auch mal wieder etwas umbauen (hoffe ich ja nicht..!!:-)  Ein Freund half mir schließlich das Teleskop wieder auf seinen, jetzt neuen- Platz zu hieven, große Schraubklemmen hielten es zunächst in dieser Position fest, bis ich nach und nach die Verschraubungen angebracht hatte. Es war schon ein spannender Moment, als ich die ersten zaghaften manuellen Dreh- und Schubsversuche mit dem neuen Ra- Antrieb versuchte, es war aber auch eine Freude zu sehen, wie leicht es sich jetzt bewegte. Erst jetzt machte sich aber auch bemerkbar, daß gegenüber des Deklinationsantriebs eine gehörige Portion Gegengewicht fehlte, es zog mächtig "Richtung Boden" (oben im Bild also nach hinten unten) Leicht lief es ja, hmm--, eigentlich ZU leicht!! Es sollte schon ein kleines bißchen Hemmung da sein, damit nicht später die zartesten Schwingungen schon bemerkbar waren. (An dieser Stelle des Überlegens und Grübelns waren aber noch nicht die zusätzlichen Kugellager montiert, siehe dazu  weiter unten)
Eine Schwierigkeit lag in der Dreiteilung des Lagers,bedingt durch die Polausrichtung der Montierung zieht die Schwerkraft das Teleskop natürlich enorm nach "hinten", ich mußte mir also etwas einfallen lassen, wie man die drei Teile des Zahnkranzes verbinden, und trotzdem leicht drehbar halten kann. Da kam mir die Idee mit den Kugellagerhaltern (siehe Bild) 
Zuerst, bei lediglich zwei Haltern, merkte man, wie in gewissen Positionen des Ra-Triebs der Kranz ein wenig auseinander ging, immer natürlich dann, wenn die Halter sich durch Verdrehen aus der "höchsten"Position wegbewegten. Also wurden noch ein paar mehr angebracht, und schon lief es! In dem Bild oben im Drehkranz sieht man einen "Spanner"(einen, der nicht sofort verhaftet wird!!:-))der zieht das obere Kugellager, bzw.den Halter schön auf Spannung, so daß der obere Teil des Drehkranzes nicht- und auch nicht ein wenig!- nach hinten (Richtung Betrachter) weg drücken kann.  Und zwar, wie oben schon mal bemerkt, jetzt mit einer gewissen Portion Hemmung, aber dennoch völlig ruckfrei. Ich hätte dieses Lager mit ins Bett nehmen können, einfach supi!:-)))
Jetzt fehlte noch der Antrieb. Auch hier ergab sich eine recht einfache Lösung: am Ende der Antreibsgewindestange, oder besser: Pseudo Schnecke, wurde eine Gewindehülse aufgeschraubt, und mit Loctide (der EINZIG wirkliche Superkleber, 5g ca. 15€!) fixiert. Diese Hülse paßt genau in dem Mittelloch eines vorhandenen Kugellagers (Mist! Meine Kugellager gehen zur Neige...!:-) Jetzt mußte ich nur noch was "erfinden", damit sich die Stange nicht herausdrückte aus dem Antrieb, zuerst versuchte ich es mit Andruckrollen, die sich aber als kleine "Klemmer" herausstellten, später kam mir die Idee, zwei 10.-Schrauben aufzuschweißen, und mit einem Lochblech dazwischen, welches durch jeweils eine Mutter drunter und drüber eingestellt und fixiert werden konnte. Dieses Lochblech, auch eingefettet, hält die Schneckenstange vertikal in Position, und zwei kleine Imbussschrauben (die einen runden Kopf haben!) passen zufällig so, daß die Schnecke sich nicht auch nach vorne raus drücken kann.
Für jemand, der jahrelang mit Backlash im Bereich von 10-15 Bogenminuten gelebt und fotografiert hat!, war es schon ein kleines Wunder zu sehen, daß jetzt, wenn der Motor hochlief, auch das Teleskop sich sofort bewegte, und zwar in beiden Richtungen!! (Ich weiß natürlich, daß es eigentlich so auch sein soll, aber als Selbstbastler kriegt man es oft gar nicht so hin alles!!) Auf dem Bild sieht man übrigens schön unten, den alten, jetzt defekten Drehkranz, und dardauf geschraubt, der Neue! Am linken Ende der "Gewindestangen Schnecke" wurde später noch eine 8 mm Mutter angeschweißt, und mit einer 8mm Stellschraube konnte man den Anpressdruck der "Schnecke" justieren.

Aber, aber, das große "Aber": erste Test's ergaben eine winzige, und (leider) nur im CCD Bereich (bzw. auf dem PC Schirm)erkennbare Wackler, im Moment ist es fast nicht möglich, ausreichende Mengen an brauchbaren 10 Sekunden Aufnahmen zu gewinnen, (was die Höchstbelichtung der WATEC ist), jedes zweite, dritte Bild zeigt statt Sterne kleine Striche, allerdings nur "in Stunde"! Also keine "Windstörungen", sondern irgendwo im Antrieb liegt der "Wurm". Aber ich hab noch ein paar Test's dafür auf Lager, schlimmstenfalls muß ich davon ausgehen, daß die Gewinde doch nicht ausreichend genau geschnitten sind vom Werk her, notfalls kann ich dann doch wieder zur Kette zurück, aber davon berichte ich hier später..

Ja,ich kann an dieser Stelle schon mal sagen: ich habe es nicht geschafft, diese winzigen Wackler beseitigen zu können, was hier zu der Schlußfolgerung führt: Für den visiuellen Betrieb ist dieser Antrieb optimal, grundsätzlich der Kette vorzuziehen, aber für den CCD Gebrauch, zumindestens im Zusammenhang mit diesem Drehkranz, oder einer anderen, mir nicht bekannten Ursache, ungeeignet, für mich heißt das:


Nachtrag: diese Geschichte ist nun auch schon wieder passe', das galt so bis Ende 2006, aber!!:Das Abenteuer geht weiter......